Paderborn : Leverkusen 68:69
Einen absoluten Krimi mit einem unglaublichen Ende bekamen die Zuschauer beim Spiel der Leverkusener U18 Mannschaft (17:0) gegen die U18 der Paderborn Baskets (12:4) zu sehen.
Leverkusen war nicht in Bestbesetzung angetreten. Ohlbrecht und Fabian waren am Vortag schon im Regionalliga Spiel in Aktion gewesen und blieben deswegen Zuhause. B. Spoeler hatte sich im Landesligaspiel eine Verletzung zugezogen und setzte deswegen aus.
Paderborn hatte Leverkusen schon im Hinspiel große Probleme bereitet, aber bei den „kleinen“ Giants war man trotzdem zuversichtlich die bisherige weiße Weste behalten zu können.
Paderborn begann stark und Leverkusen hatte größte Probleme ins Spiel zu finden. Nach 8 Minuten stand es 17:5 für Paderborn und Leverkusen hatte nur einen einzigen Feldkorb erzielt. Eine Auszeit von Coach Pulsfort jedoch brachte die Wende. Es wurde auf Zonenverteidigung umgestellt und bis zur Viertelpause verkürzte Leverkusen, durch einen 10:1 Lauf, auf 3 Punkte (18:15).
Beide Mannschaften waren nun im Spiel und das zweite Spielviertel gestaltete sich ausgeglichen. Die Führung wechselte 6 Mal und beide Mannschaften zeigten hochklassigen Basketball. Paderborn gewann das Spielviertel knapp mit 22:21 aber auf Leverkusener Seite war man optimistisch. Mit 4 Punkten Rückstand (40:36) verabschiedeten sich die Mannschaften in die Pause.
Im dritten Spielabschnitt brach Leverkusen völlig ein. Weder in der Verteidigung, noch im Angriff lief irgendwas zusammen. 6 Minuten brauchte man um überhaupt den ersten Punkt zu erzielen. Insgesamt waren es aber im ganzen Spielabschnitt nur 5. Paderborn brachte es immerhin auf 14 und dominierte auf ganzer Linie. Mit 54:41 ging es in den Schlußabschnitt. Leverkusen wirkte deutlich angeschlagen und Paderborn ritt auf einer Euphoriewelle.
Paderborn startete mit einem weiteren 9:5 Lauf in den Schlußabschnitt. Beim Stand von 60:46 (34.Minute) sah alles so aus als ob Paderborn das Spiel ganz locker nach Hause bringen könnte. Leverkusen hatte außerdem große Foulprobleme.
Dann geschah das unglaubliche. Von einer auf die andere Sekunde kam Leben in die Leverkusener Jungs. Offensichtlich war man doch nicht bereit einfach so abzuschenken und den Nimbus der Ungeschlagenheit aufzugeben. Richard Poiger (3 Punkte),Tom Spoeler (6 Punkte) und Alex Schreiber (9 Punkte) übernahmen nun Verantwortung und verkürzten den Paderborner Vorsprung innerhalb von 4 Minuten auf 65:64, ein 18:2 Lauf. Jetzt war es Paderborn das angeschlagen wirkte. Leverkusen preßte und gewann an der Mittelinie den Ball. Hartmann war grade auf dem Weg, durch einen einfachen Korbleger, Leverkusen in Führung zu bringen, da schallte ein Pfiff durch die Halle. Der schwache Schiedsrichter Zastrow, hatte auf Sperren ohne Ball gegen Schreiber entschieden, dessen 5. Foul und gleichzeitig war natürlich auch die Chance auf die Führung vertan. Paderborn nutzte die Chance und baute den Vorsprung wieder auf 3 Punkte (67:64 , 54 Sekunden vor Schluß) aus. Im nächsten Angriff foulte Paderborn den Leverkusener Aufbauspieler Treutel und dieser vergab beide Freiwürfe (45 Sekunden vor Schluß). Alles sah danach aus als müßte Paderborn nur noch die Uhr herunter spielen um zu gewinnen. Leverkusen foult. Paderborn macht jedoch nur einen der Freiwürfe (68:64 , 32 Sekunden vor Schluß). Leverkusen bringt den Ball schnell nach vorne und Paderborn foult Askaryar beim Korbleger (23 Sekunden vor Schluß). Askaryar bleibt locker und macht beider Freiwürfe (68:66). Leverkusen versucht beim Einwurf einen Ballgewinn zu erzwingen und muß dann foulen um die Uhr anzuhalten. Wenn Paderborn beide Freiwürfe macht ist das Spiel vorbei. In der Auszeit gibt man bei Leverkusen folgende Anweisung aus. Macht Paderborn beide Freiwürfe dann so schnell wie es geht einen Dreier versuchen, ebenso bei einem verwandelten Freiwurf. Trifft Paderborn jedoch keinen der Freiwürfe, dann so schnell wie möglich das Feld überbrücken und einen Korbleger für die Verlängerung versuchen. Mit 16 Sekunden auf der Uhr tritt der Paderborner Spieler Schettke an um das Spiel nach Hause zu bringen. Er vergibt beide Chancen. Leverkusen sichert sich den Rebound. Angriff über das ganze Feld. Nationalspieler Tom Spoeler, hat den Ball in der Hand und dribbelt Richtung Paderborner Zone. Im Bereich der Dreipunktelinie angekommen und mit 4 Sekunden auf der Spieluhr entscheidet sich Spoeler jedoch alle vorgegebenen Pläne über den Haufen zu werfen und sein Glück zu versuchen das Spiel zu gewinnen. Spoeler war zuversichtlich, denn immerhin war er bis dahin perfekt von der Dreipunktelinie und hatte auch im letzten Spielviertel schon 2 Dreier versenkt.
Spoeler geht also hoch, wirft, mit einem Verteidiger in seinem Gesicht und über dessen ausgestreckt Arme hinweg. Er verwandelt trotzdem eiskalt, wenn jedoch auch mit Hilfe des Brettes einen Dreier zur Führung (68:69 , 4 Sekunden zu spielen). Paderborn wirft zwar zügig ein, schafft es aber trotzdem nur einen Hoffnungswurf von der Mittelinie zu versuchen. Dieser verfehlt sein Ziel und bei Leverkusen brechen alle Dämme. Alle fallen über den Siegkorbschützen Spoeler her und feiern den Sieg.
Paderborn ist niedergeschlagen, Leverkusen feiert. Evt. hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen, aber sicherlich die Mannschaft die bis zum Ende an sich geglaubt und gekämpft hat.